oxml vs. s(ocial)xml
Wednesday, October 17, 2007 : 3:14 PM
Können digitale Daten von heute in zehn, zwanzig oder hundert Jahren noch gelesen und weiterverarbeitet werden? Diese Frage ist zentral für eine Informationsgesellschaft, die gigantische Datenmengen produziert und diese auch archivieren möchte. Aber ob man diese Frage mit “Ja” beantworten kann, ist keineswegs sicher:[ ]
Gefunden hier: Open Mind: Ist Microsofts OXML ein offenes Dateiformat?MaximeP:
Textverarbeitungen sind generell Fehlkonstruktionen, weil sie noch immer Schreibmaschinen simulieren und die Leute entsprechend auf die Layout-statt-Struktur-Fährte setzen.
Doch, man kann. Wenn man ein bissl drann rumzuppelt...
<w:social_document xmlns:ve="http://schemas.openxmlformats.org/markup-compatibility/2006"
xmlns:o="urn:social-markup-language:office:office"
xmlns:o12="http://schemas.microsoft.com/office/2004/7/core"
xmlns:r="http://schemas.openxmlformats.org/officeDocument/2006/relationships"
xmlns:m="http://schemas.microsoft.com/office/omml/2004/12/core"
xmlns:v="urn:schemas-microsoft-com:vml"
xmlns:wp="http://schemas.openxmlformats.org/drawingml/2006/3/wordprocessingDrawing"
xmlns:w10="urn:schemas-microsoft-com:office:word"
xmlns:w="http://schemas.openxmlformats.org/wordprocessingml/2006/3/main">
<w:body>
<w:proofErr w:type="spellStart" />
<w:r w:rsidR="002D3681">
<w:t>
Ironie und Sinnfreies
</w:t>
</w:r>
<w:ereignis-1>
<![CDATA[
MaximeP wrote:
Textverarbeitungen sind generell Fehlkonstruktionen, weil
sie noch immer Schreibmaschinen simulieren und die Leute entsprechend
auf die Layout-statt-Struktur-Faehrte setzen.
]]>
Wie stellst Du Dir denn konkret eine gut konstruierte Textverarbeitung
vor? Ich würde eine Textverarbeitung *genau so* schreiben, wie es bisher
geschehen ist.
</w:ereignis-1>
<w:ereignis-1-1>
<w:anrede_nett>
Hi Maxime,
</w:anrede_nett>
<w:bezug_allgemein>
die Frage kann ich nicht so beantworten, wie Du (und ich selbst) es
ganz gern haettest. "Nu ma kein Geschwafel, sondern konkret: Wie
sieht Gott aus?"
</w:bezug_allgemein>
<w:bezug_spez>
Trotzdem waerme ich noch mal fuer einige Nuancen Ueberlegungen auf,
wie sie seit Urzeiten von Informatikern bewegt werden und die
insbesondere natuerlich konzeptionell eng mit SGML
<w:link>
<w:url>http://teletubbie.land/ergonomie+fortschritt.html</w:url>
<w:paper>
SGML - stirb uns bitte nie weg!
</w:paper>
</w:link> verbunden sind, um den Hintergrund meiner
Bemerkungen darzustellen.
</w:bezug_spez>
<w:ziel-1>
Ich verstehe Deine Frage zugespitzt als eine Frage nach der Ergonomie
einer Maschine/einem Programm zur Herstellung, Weiterverarbeitung und
Verteilung von Texten (gleich welchen Inhalts).
<if context="egal" go "w:frage-1_w:ziel-1" else "w:these-1">
</w:ziel-1>
<w:these-1>
Ich mache folgenden Unterschied:
Ein Text zieht
<w:go_these-1_opt1>
keine_Produktion
</w:go_these-1_opt1>
oder
<w:go_these-1_opt1>
eine_Produktion
</w:go_these-1_opt2>
weiterer Texte nach sich.
</w:these-1>
<w:these-1_opt1>
Wenn nur Briefe (Bewerbungen, Lebenslaeufe, Rechnungen, Mahnungen...)
zu schreiben sind, also Einmal-Texte, kann man die vorhandenen
Textverarbeitungen nehmen.
<w:nebenbemerkung>
Oder ebenso gut auch Papier und Bleistift.
Im Grunde genommen ist auch bei letzterer (manueller)
Textsorte eine Fortsetzung der Textproduktion zu erwarten
(oder wenigstens moeglich).
</w:nebenbemerkung>
</w:these-1_opt1>
<w:these-1_opt2>
Wenn Texte keine Einmaltexte sind, sondern mit anderen Texten verbunden
werden (muessen), und ereignisgesteuert die Produktion weiterer Texte
nach sich ziehen,
<w:beispiel>
wissenschaftliche Texte, Bestellungen (vom Kunden ueber Haendler bis
zu den Anlieferern bis zu den Betreibern eines Erzbergwerks
)
oder Antraege bei der Stadt (Sachbearbeiter_1
Sachbearbeiter_X))
</w:beispiel>
dann muessen die Tags _strukturelle Informationen_ enthalten. Klar.
<w:erlaeuterung_historisch_logisch>
Dieser Prozess kann starten, sobald das Medium durchgaengig
digitalisiert (also beliebig dimensional) ist und bspw.
Disketten getauscht werden (so bei einigen Banken der Fall) oder
natuerlich sobald gesellschaftweit ein Computernetz zur Verfuegung
steht.
</w:erlaeuterung_historisch_logisch>
</w:these-1_opt2>
<w:these-2>
Strukturelle Mitteilungen
<w:beispiel>
in HTML z.B. <EM> statt <B/>
</w:beispiel>
enthalten Mitteilungen ueber Mitteilungen. Sie bleiben Syntax,
koennen aber auf Empfaengerseite spezifisch ausgewertet werden, die
dann fuer sich daraus Informationen (Semantik) macht.
<w:explikation_begriff-kontext>
Ich argumentiere mit systemtheoretischer Begrifflichkeit, nicht im
formalen Sinne der Informatiker. Die Unterschiede zu erlaeutern, waere
selbstverstaendlich unabdingbar, ist mir hier und jetzt aber zu
anstrengend.
</w:explikation_begriff-kontext>
<w:these-2-1>
Durch strukturelle Mitteilungen wird eine maschinelle Verarbeitung
von Texten leichter moeglich. Bei der Texterstellung steckt ein Autor
mit strukturellen Mitteilungen ueber die Nutzmitteilungen sozusagen
genuegend strukturelle Intelligenz in den Text. Bislang werden auf
Papier strukturell nur eindimensionale Texte geschrieben, weshalb die
KI es unnoetig schwer hat.
<w:bemerkung_historisch_komprimiert>
Maschinen entstanden als Werkzeug-Werkzeuge. Grosstechnische Systeme
entstanden als Maschinen-Maschinen. Erst im digitalen Medium wird diese
Rekursion der Mitteilungen ueber Mitteilungen im gleichen Medium
moeglich.
<w:ableitung>
Deshalb steht erst jetzt die Industrialisierung auch der
Informationsverarbeitung an.
</w:ableitung>
</w:bemerkung_historisch_komprimiert>
</w:these-2-1>
</w:these-2>
<w:frage-1_ziel-1>
Wie kann eine Textverarbeitung helfen, _strukturelle Mitteilungen_ in
einem Text unterzubringen?
</w:frage-1_ziel-1>
<w:frage-1_antwort-1>
So, wie ich es hier vormache und wie wir alle es von den
Markup-Languages her kennen.
<w:bemerkung>
Der Nutztext wird in die Protokoll-Ebene hineingezogen, die den
Nutztext fuer diejenigen unleserlich macht, die nur eindimensional
strukturierte Papiertexte zu lesen gewohnt sind. Mir persoenlich gefaellt
eine Markup-Aufbereitung wie diese im Prinzip gut. Innerhalb der
aufgespannten Argumentationslandschaft kann man jeweils die Evolution
der Argumente, Thesen, Bemerkungen sehr gut kritikfaehig nachvollziehen.
Ein Visualisierungstool waere in vielen Faellen aber sicher nicht
schlecht. Aber die technische Entwicklung kommt erst zur Ruhe, wenn
die Ebenen wie hier doch auseinander gezogen werden.
</w:bemerkung>
</w:frage-1_antwort-1>
<w:frage-1_antwort-2>
Nach meinem Eindruck funktioniert WYSIWYG nicht einmal bei
XML-Editoren brauchbar. Ich empfinde es nicht als Hilfe, statt ein
Tag hinzuschreiben einen Menueeintrag anzuklicken. WYSIWYG hilft
nicht, um einem User zu sagen, was er koennen will. Wenn er weiss was
er will, kann er es hinschreiben (also manuell).
<w:bemerkung_historisch_komprimiert>
Was Microsoft's mit OXML so veranstaltet ist nicht das,
was man mal irgendwann unter den Begriffen "open" und "lesbar"
und "uebersichtlich" und "strukturiert" und "portierbar" gelernt hat.
</w:bemerkung_historisch_komprimiert>
</w:frage-1_antwort-2>
<w:frage-1_antwort-3>
In vielen Faellen koennten Format-Vorlagen (oder DTDs -
aber bei dem Begriff "Style-Sheet" deutet ja alles wieder auf
Gruetze hin), womoeglich sogar tumb wie DB-Eingaben, weiterhelfen.
Es gibt fuer SGML z.B. eine Drehbuch-DTD. Und auch Dichten ist erst
einmal viel Handwerk.
</w:frage-1_antwort-3>
<w:frage-1_antwort-4>
Neue Mensch-Maschine-Interfaces sind kein Spinnkram mehr. Ein Organist
spielt parallel mehrere Stimmen leidlich unabhaengig mit Haenden und
Fuessen. Eye-Tracking und Voice-Recognition koennten vielleicht
Techniken sein, um mehrere Ebenen bei der Textverarbeitung zugleich
zu bedienen.
<w:bemerkung>
Aber dann hätte Microsoft ja auch wieder zu meckern und würde noch
kaputtere Sachen entwerfen und der Community als Frass vorwerfen
Prinzip: "Lern es, kapier es oder verecke."
</w:bemerkung>
</w:frage-1_antwort-4>
<w:frage-1_antwort-5>
Das Problem verschiebt sich. Es werden keine Texte mehr geschrieben,
sondern Videos oder Voice-Mails verschickt. Oder, im Falle von OXML,
ZIP-Archive die eine Überraschung beinhalten, wenn man sie aufmacht.
<w:bemerkung_1>
Die muessen dann aber ebenfalls mit Struktur-Mitteilungen
ausgestattet werden, um maschinell ueberhaupt bearbeitbar zu sein.
</w:bemerkung_1>
<w:bemerkung_2>
Manuelles Bearbeiten duerfte scheitern. Mein Beispiel-OXML-Word-File
beinhaltet 20 Files. Ich behalt nicht wirklich Uebersicht.
</w:bemerkung_2>
</w:frage-1_antwort-5>
<w:link>
<w:url>http://teletubbie.land/ergonomie+rueckschritt.html</w:url>
<w:paper>
Und eine umfangreichere Kritik der Textverarbeitungen und
Ueberlegungen zu einem Entwurf einer "Diskurs-Markup-Language"
</w:paper>
</w:link>
</w:ereignis-1-1>
<w:body>
</w:social_document>Ironie-Tags sind bitte selbst hinzuzufügen.
Wer mehr wissen will, guggt u. a. mal hier.
Eventuell wäre das oben geschriebene, gleich dem hier, auch eine Möglichkeit, Thomas Mann neu zu schreiben, um das hier zukünftig in Grenzen zu halten.
Wenn mir dann wer die Ohren volljammert, da wär jetzt nen Syntax-Fehler im XML, dem hau ich was auf'n Kopp In diesem Post steckt mal richtig Arbeit *Luft hol*
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